Baden-Baden (bis 1931 einfach Baden) ist eine weltbekannte Kurstadt und Welterbestadt im Westen Baden-Württembergs am Fuße des Schwarzwalds. Die heilenden Thermalquellen, die am Florentinerberg zu Tage treten, wurden schon von den Römern genutzt. Lange Zeit war Baden(-Baden) Residenzstadt der Markgrafschaft Baden und ist damit namensgebend für das Land Baden und somit auch für Baden-Württemberg. Die große Bekanntheit geht auf die Blütezeit im 19. Jahrhundert zurück, als Baden-Baden von einer kleinen Bäderstadt zu einer international bedeutenden Kurstadt aufstieg. Kaiser, Könige, Adelige und wohlhabende Bürger kamen in die Kurstadt an der Oos zur Gesellschaftskur. Aus dieser Zeit konnte sich die Stadt ein facettenreiches kulturelles Erbe bewahren. In Anerkennung dieses Erbes wurde Baden-Baden 2021 gemeinsam mit zehn weiteren bedeutenden Kurstädten als The Great Spa Towns of Europe in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Weiterhin ist Baden-Baden als Kunst- und Kulturstadt bekannt.
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Namensherkunft
Bis ins 20. Jahrhundert hinein hieß die Stadt einfach nur Baden und wurde zur Abgrenzung von anderen Städten (z.B. Baden in der Schweiz) als Baden in Baden bezeichnet. Daraus entstand schon früh die inoffizielle Vereinfachung Baden-Baden. 1931 nahm die Stadt den Doppelnamen offiziell an.
Lage und Stadtgliederung
Die historische Altstadt Baden-Badens liegt im Tal der Oos zwischen Battert, Merkur und Fremersberg. Das Tal öffnet sich nach Nordosten zur Rheinebene. Bis ins 19. Jahrhundert war die Stadt Baden-Baden durch die Stadtmauern begrenzt, erst dann begann sie sich in die Landschaft hinaus auszubreiten und mit den Nachbargemeinden zu verschmelzen.
Heute gliedert sich die Stadt in die Stadtteile Innenstadt mit dem historischen Stadtzentrum, in Lichtental mit Oberbeuern und Geroldsau im Südosten, Ebersteinburg im Osten, Balg, Haueneberstein und Sandweier im Norden, die Weststadt und Oos im Nordwesten, sowie die Reblandgemeinden Steinbach, Neuweier und Varnhalt im Südwesten.
Die kreisfreie Stadt Baden-Baden ist umgeben vom Gebiet des Landkreises Rastatt. Rund 60 Prozent des Stadtgebiets sind bewaldet. Der städtische Wald zählt zu den größten kommunalen Wäldern Deutschlands.
Fakten und Zahlen
- Einwohner: 56.881 (Stand 31. März 2026)[1]
- Fläche: 140,19 km²[1]
- Höhe: 161 m über NHN
- Höchster Punkt: Badener Höhe (1.002 m)
- Kfz-Kennzeichen: BAD
- Postleitzahlen: 76530, 76532, 76534
- Vorwahlen: 07221, 07223
- Partnerstädte: Menton (Frankreich), Moncalieri (Italien) und Karlsbad (Tschechien). Mit Freital (Sachsen) besteht eine Verwaltungspartnerschaft. Die Partnerschaften mit Jalta und Sotschi ruhen.
Geschichte
Um 70 n. Chr. gründeten die Römer im zuvor keltisch besiedelten Oostal die Siedlung Aquae, deren Name sich von den heißen Thermalquellen ableitete, und bauten sie zum Hauptort Aquae Aureliae aus. Nach dem Fall des Limes um 260 n. Chr. übernahmen die Alemannen das Tal. Eine Urkunde von 1040 belegt die Villa Baden als Ort mit eigenem Marktrecht. Unter den Markgrafen von Baden, deren Herrschaft 1112 mit Hermann II. begann, wurde Baden Residenzstadt. 1479 löste das stadtnahe Neue Schloss die ältere Burg Hohenbaden als Residenz ab. 1689 wurde die Stadt im pfälzischen Erbfolgekrieg von französischen Truppen niedergebrannt, woraufhin die Markgrafen ihre Residenz nach Rastatt verlegten.
1806 wurde Baden zum Großherzogtum erhoben. Im 19. Jahrhundert stieg die Stadt zur international bedeutenden Kurstadt auf: Friedrich Weinbrenner errichtete das Kurhaus, und vor allem das Glücksspiel in der Spielbank zog Adel, Bürgertum und Künstler aus ganz Europa zur Gesellschaftskur an. Es entstanden die Lichtentaler Allee, Luxushotels und viele bis heute prägende Bauten. Nachdem das Deutsche Reich das Glücksspiel ab 1871 verboten hatte, modernisierte die Stadt ihr Bäderangebot, unter anderem mit dem Friedrichsbad. Beide Weltkriege überstand Baden-Baden fast unbeschadet. 1945 wurde es Sitz der französischen Militärregierung für den Südwesten Deutschlands. In jüngerer Zeit gewann die Stadt wieder überregional an Bedeutung: 2009 war sie Tagungsort eines NATO-Gipfels, 2017 trafen sich hier die Finanzminister der G20, und 2021 kam mit dem Welterbetitel internationale Anerkennung hinzu.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Siehe hierzu den Hauptartikel Sehenswürdigkeiten Baden-Baden
Museen
In Baden-Baden gibt es eine Vielzahl von Museen. Die bekanntesten liegen dicht beieinander an der Lichtentaler Allee, die dort auch Museumsmeile genannt wird.
Veranstaltungshäuser
Baden-Baden ist eine Festspiel- und Kongressstadt und verfügt über mehrere große Veranstaltungshäuser.
Bauwerke
Historische Bauwerke prägen das Stadtbild Baden-Badens.
Parks
Großflächige Parkanlagen prägen das Bild der Kurstadt. Sie entstanden im 19. Jahrhundert als Teil des Kurbetriebs und gehören bis heute zu den prägenden Grünräumen der Stadt.
Schutzgebiete
Südlich von Baden-Baden erstreckt sich entlang der Schwarzwaldhochstraße der Nationalpark Schwarzwald.
Gemeinderat, Stadtverwaltung und OB
Der Baden-Badener Gemeinderat wurde bei der Kommunalwahl 2024 gewählt und zählt 40 Sitze. Vertreten sind CDU, Bündnis 90/Die Grünen, die Freien Bürger für Baden-Baden (FBB), SPD, AfD, die Freien Wähler (FW), FDP und die Linke. Den Vorsitz im Gemeinderat führt der Oberbürgermeister.
Oberbürgermeister ist seit 2026 Thomas Jung, der bei der Oberbürgermeisterwahl 2026 auf Dietmar Späth folgte. Ihm stehen zwei Bürgermeister zur Seite: der Erste Bürgermeister Alexander Wieland und der Rechtsbürgermeister Tobias Krammerbauer.
Wirtschaft und Tourismus
Die Wirtschaft Baden-Badens ist stärker vom Tourismus und vom Kurbetrieb geprägt als von Industrie und anderen Branchen. Bäder, Spielbank, Hotellerie sowie ein ausgeprägter Kultur- und Tagungstourismus bilden den wirtschaftlichen Schwerpunkt.
Verkehr
Baden-Baden liegt an der Autobahn A5. Der Bahnhof Baden-Baden im Stadtteil Oos ist ein ICE-Halt an der Rheintalbahn. Der nächstgelegene Flughafen ist der Baden-Airpark (Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden), der allerdings nicht auf Baden-Badener Gemarkung liegt, sondern in der Nähe bei Rheinmünster.
Medien
In Baden-Baden befindet sich ein Hauptstandort des Südwestrundfunks (SWR), dessen Vorgänger Südwestfunk nach 1945 hier gegründet wurde.
Persönlichkeiten
Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten haben in Baden-Baden gelebt und die Kurstadt entscheidend geprägt. Lange Zeit waren die Markgrafen von Baden für die Geschicke der Stadt verantwortlich. Viele Namen sind mit der Blütezeit im 19. Jahrhundert verknüpft. Großherzog Carl Friedrich ließ Friedrich Weinbrenner die Stadt zu einem noblen Kurort ausbauen. Die Spielbankpächter Jacques Bénazet, Edouard Bénazet und Emile Dupressoir verstanden es, die Gewinne der Spielbank geschickt in Unterhaltungsangebote, Werbemaßnahmen und Infrastrukturprojekte zu investieren und damit das Ansehen der Stadt erheblich zu steigern. Kaiser Wilhelm I. mit Gemahlin Augusta und auch Otto von Bismarck waren regelmäßig gern gesehene Gäste der Stadt. Große Künstler und Literaten, wie beispielsweise Iwan Turgenew, lebten vorübergehend in Baden-Baden oder ließen sich dauerhaft hier nieder. Auch heute noch gibt es zahlreiche Mäzene, wie beispielsweise Frieder Burda, die die Stadt weiterhin in ihrer positiven Entwicklung unterstützen. Einige dieser Persönlichkeiten erlangten die Ehrenbürgerwürde der Stadt.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑1.1↑1.2 Gemeindeverzeichnis: Baden-Baden, Stadt, Statistische Ämter des Bundes und der Länder, abgerufen am 30. Juni 2026 (Archiviert)















