Künstler Unternehmer

Louis Lepoix

Das BIC-Feuerzeug, der Bugatti Type 101 und die Kabine der Concorde - entworfen in einem Büro in Baden-Baden

Louis Lepoix (* 4. Februar 1918 in Giromagny, Frankreich; † 6. November 1998 in Baden-Baden), mit vollem Namen Louis Lucien Lepoix, war ein französischer Ingenieur und Industriedesigner.[1][2] Von 1952 an führte er sein Designbüro von Baden-Baden aus. In gut fünfzig Berufsjahren gab er rund 3.000 Produkten ihre Form, vom Feuerzeug bis zum Lastwagen.

Herkunft und Ausbildung

Lepoix wurde 1918 in Giromagny im Territoire de Belfort geboren.[2] Er studierte in Frankreich Architektur und Flugzeugbau. 1936 begann er am Institut Ampère in Lyon zu unterrichten.[3]

Das Büro in Baden-Baden

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Lepoix mit der französischen Armee nach Deutschland und arbeitete zunächst in deren Fahrzeug-Instandsetzungszentrum in Friedrichshafen. Dort machte er sich 1947 mit dem Büro “Esthétique Technique” selbstständig.[3][1] 1952 verlegte er den Sitz nach Baden-Baden, wo er bis zu seinem Tod blieb. Aus dem Büro wurde Form Technic International, kurz fti design, mit Zweigstellen in Paris von 1956 bis 1983 und in Barcelona von 1965 bis 1977.[3] 1974 gründete Lepoix zusätzlich die Lepoix System GmbH, die an erneuerbaren Energien und umweltfreundlichen Fahrzeugen arbeitete.[3]

Werk

Lepoix entwarf für Auftraggeber in ganz Europa, und seine Arbeiten reichten von Nutzfahrzeugen bis zu Alltagsgegenständen. Zu den bekanntesten zählen die Karosserie des Bugatti Type 101 von 1950/51, die Kienzle-Parkuhr, das Moped Puch Maxi, Traktoren und Lastwagen von Steyr sowie das Wegwerffeuerzeug BIC Flaminaire von 1971.[1] Ebenso stammen die Kabinenausstattung der Concorde, ein Wiener Stadtbus, Lastwagen von Henschel, Haushaltsgeräte, Büromöbel und eine Unterarmgehstütze von ihm.[4][2] Ein von ihm gestalteter Servierwagen wurde 1984 in die Sammlung des Museum of Modern Art in New York aufgenommen.[1]

Bis zu seinem Tod kamen 112 Patentanmeldungen und 202 Auszeichnungen zusammen.[3] Von 1969 bis 1973 stand Lepoix dem französischen Verband der Industriedesigner vor.[1] Neben den Auftragsarbeiten verfolgte er eigene Entwicklungen, darunter eine 1983 patentierte Windkraftanlage.[1]

Ehrungen und Nachwirkung

1997 zeichnete die Stadt Baden-Baden Lepoix mit ihrem Kunstpreis Künstler in Baden-Baden in der Sparte Design aus.[5] 2007 benannte sie ihre gewerbliche Schule an der Balger Straße nach ihm. Die Louis-Lepoix-Schule begründet den Namen damit, dass Lepoix technisches Wissen und gestalterische Arbeit verband, wie es die Bildungsgänge der Schule ebenfalls tun.[3][6]

Sein Nachlass wird in Baden-Baden vom Verein Louis L. Lepoix Archiv e.V. betreut, der Zeichnungen, technische Pläne, Prototypen und Modelle bewahrt. Die digitale Sammlung umfasst mehr als 55.000 Dokumente.[3][7] Aufgebaut wurde sie von Erika Kübler, die 1962 als technische Sekretärin in Lepoix’ Büro angefangen hatte und 1995 die Lepoix System GmbH übernahm, um das Werk zu sichern.[7]

Vom 8. Februar bis zum 10. August 2025 zeigte das Museum LA8 die Ausstellung “Schöne Welt von morgen. Der Gestalter Louis L. Lepoix”.[4]

Einzelnachweise

  1. 1.11.21.31.41.51.6 Biografie, Louis Lucien Lepoix, Lepoix Archiv, abgerufen am 9. Juli 2026 (Archiviert)
  2. 2.12.22.3 Baden-Baden, die schöne Welt des französischen Designers Louis L. Lepoix, voisins-nachbarn.eu, abgerufen am 9. Juli 2026 (Archiviert)
  3. 3.13.23.33.43.53.63.7 Lepoix Archiv, Louis L. Lepoix Archiv e.V., abgerufen am 9. Juli 2026 (Archiviert)
  4. 4.14.2 Schöne Welt von morgen. Der Gestalter Louis L. Lepoix, Museum LA8, abgerufen am 9. Juli 2026 (Archiviert)
  5. Preise und Stipendien, Stadt Baden-Baden, abgerufen am 9. Juli 2026 (Archiviert)
  6. Louis Lepoix, Louis-Lepoix-Schule Baden-Baden, abgerufen am 9. Juli 2026 (Archiviert)
  7. 7.17.2 Archiv, Louis Lucien Lepoix, Lepoix Archiv, abgerufen am 9. Juli 2026 (Archiviert)