Die Klinikum Mittelbaden gGmbH ist der kommunale Krankenhaus- und Pflegeverbund von Stadt Baden-Baden und Landkreis Rastatt. Sie betreibt Akutkliniken in Baden-Baden, Rastatt und Bühl sowie Pflegeheime, ambulante Pflegedienste, medizinische Versorgungszentren und ein Hospiz und ist damit der größte Anbieter medizinischer Versorgung in der Region. Der Baden-Badener Standort ist die Klinik Baden-Baden Balg.
Gesellschafter und Organe
Der Verbund ist eine gemeinnützige GmbH. Der Gesellschaftsvertrag datiert vom 1. Oktober 2003, ins Handelsregister eingetragen wurde die Gesellschaft am 20. November 2003. Gesellschafter sind der Landkreis Rastatt mit 60 Prozent und die Stadt Baden-Baden mit 40 Prozent des Stammkapitals von 36,5 Millionen Euro.[1]
Dieses Verhältnis verteilt nicht nur die Stimmen, sondern auch die Lasten. Die Zuschüsse und Verlustausgleiche der beiden Gesellschafter richten sich nach ihren Anteilen, Baden-Baden trägt also 40 Prozent. In den Verhandlungen über das geplante Zentralklinikum verlangt die Stadt deshalb, von diesem Schlüssel abzurücken.[2]
Den Vorsitz im Aufsichtsrat führt der Rastatter Landrat, den stellvertretenden Vorsitz der Baden-Badener Oberbürgermeister. Die Geschäftsführung ist geteilt: Felix Brenneisen führt die Gesellschaft kaufmännisch, Thomas Iber medizinisch.[3] Seit seinem Amtsantritt am 28. April 2026 gehört das Klinikum zu den Gesellschaften, die Oberbürgermeister Thomas Jung als Dezernent betreut.[4]
Der Sitz der Gesellschaft liegt am Dr.-Rumpf-Weg in Ebersteinburg, wo der Verbund seine Hauptverwaltung untergebracht hat.
Standorte und Angebot
Das Klinikum verteilt sich auf zwölf Standorte. In den Akutkliniken stehen 890 Planbetten, in den Pflegeeinrichtungen 681 Plätze für die vollstationäre Pflege, dazu kommen Kurzzeit- und Tagespflege, 94 Plätze in der Eingliederungshilfe, zwölf Hospizplätze und ein betreutes Wohnangebot. Rund 3.000 Mitarbeitende versorgen im Jahresdurchschnitt etwa 32.974 Patientinnen und Patienten sowie rund 762 Pflegegäste.[1] Jährlich kommen im Verbund 1.617 Kinder zur Welt.[5]
Die Akutversorgung leisten drei Häuser: Baden-Baden Balg, Rastatt und Bühl. Daneben betreibt der Verbund Pflegeheime in Baden-Baden, Bühl, Kuppenheim und Ottersweier, einen ambulanten Pflegedienst, medizinische Versorgungszentren, eine eigene Pflegeschule und das Hospiz Kafarnaum.[6]
Wirtschaftliche Lage
Das Jahresergebnis des Verbunds ist seit Jahren negativ, und der Verlust wächst: minus 5,7 Millionen Euro im Jahr 2022, minus 8,9 Millionen Euro im Jahr 2023, minus 16,75 Millionen Euro im Jahr 2024. Zum 31. Dezember 2024 wies die Gesellschaft Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 33,4 Millionen Euro aus. Als Belastungen benennt der Beteiligungsbericht des Landkreises hohe Kosten für Fremdpersonal, den Fachkräftemangel und die Verlagerung bisher stationärer Leistungen in den ambulanten Bereich.[1]
Das Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung trifft das ohnehin defizitäre Klinikum hart. Der Aufsichtsrat befasste sich am 22. Mai 2026 mit der wirtschaftlichen Lage, am 12. Juni 2026 trat die Belegschaft gemeinsam mit der politischen Spitze und dem Pflegebündnis zu einem Aktionstag unter dem Motto “Kein Geld. Keine Versorgung. - Wir sind für Sie da. Solange wir noch können” an.[7]
Debatte um das Zentralklinikum
Seit 2021 verfolgen die Gesellschafter das Ziel, die Akutversorgung in einem Neubau bei Rastatt zu bündeln und die drei bestehenden Akutkliniken aufzugeben. Für Baden-Baden liefe das auf den Verlust des eigenen Krankenhauses hinaus. Ein Bürgerentscheid am 29. Juni 2025 ging gegen die Befürworter des Standorts Baden-Baden aus, es bleibt beim Standort Münchfeldsee in Rastatt.[8] Standortsuche, Bedingungen und Zeitplan sind Gegenstand einer Debatte um das Zentralklinikum Baden-Baden Rastatt.
Einzelnachweise
- ↑1.1↑1.2↑1.3 Beteiligungsbericht 2024 des Landkreises Rastatt, Landkreis Rastatt, S. B-28 bis B-34, abgerufen am 11. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑ Kommt das Zentralklinikum nach Rastatt oder doch nach Baden-Baden?, Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, 13. Dezember 2024, abgerufen am 12. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑ Impressum, Klinikum Mittelbaden, abgerufen am 11. Juli 2026
- ↑ Oberbürgermeister und Bürgermeister, Stadt Baden-Baden, abgerufen am 11. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑ Wir stellen uns vor, Klinikum Mittelbaden, abgerufen am 12. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑ Startseite, Klinikum Mittelbaden, abgerufen am 11. Juli 2026
- ↑ #ZukunftKMB, Klinikum Mittelbaden, abgerufen am 11. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑ Baden-Baden stimmt für das Zentralklinikum Rastatt, Staatsanzeiger für Baden-Württemberg, abgerufen am 11. Juli 2026 (Archiviert)
Weblinks
- klinikum-mittelbaden.de - Website des Klinikums
- Klinikum Mittelbaden in der Wikipedia