Museum

Staatliche Kunsthalle

Die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden gehört zu den ältesten Kulturinstitutionen der Stadt und der Region. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1909 sind in ihr Ausstellungen klassischer, moderner und zeitgenössischer Kunst zu sehen. Die Staatliche Kunsthalle liegt zwischen dem Museum Frieder Burda und dem Kulturhaus LA8 in der Lichtentaler Allee und ist Teil der Baden-Badener Museumsmeile. Der reguläre Eintritt beträgt 10 €, ermäßigt 7 €.

Aktuelle Ausstellung

Gebäude

Der Bau am Eingang der Lichtentaler Allee ist im späten Jugendstil gehalten und wirkt nach außen bewusst asymmetrisch. Architektur und Bauschmuck greifen Motive der griechisch-römischen Antike auf. Im Inneren stehen rund 672 m² Ausstellungsfläche zur Verfügung. Eine eigene Sammlung besitzt das Haus nicht, es dient allein als Ausstellungshalle für wechselnde Ausstellungen.[1]

Über die Freitreppe gelangen die Besucher ins Foyer, in dem sich seit 2004 das Café Kunsthalle befindet. Es ist zu den Öffnungszeiten der Kunsthalle zugänglich.

Geschichte

Bereits in den 1890er Jahren sehnten sich Karlsruher Künstler nach einem eigenen Galeriegebäude, um wechselnde Verkaufsausstellungen veranstalten zu können. 1906 stellt der Maler Robert Engelhorn das “Projekt einer permanenten Kunstausstellung” der Öffentlichkeit vor. Robert Engelhorn ist Sohn des Mitbegründers der Badischen Anilin- und Sodafabrik (BASF) und verfügt daher über die finanziellen Mittel, um das Projekt auf den Weg zu bringen. Als Standort für das Gebäude wird wegen der größeren Publikumswirksamkeit Baden-Baden ausgewählt. Mit dem Bau wird der erfahrene Museumsarchitekt Hermann Billing beauftragt.

Am 3. April 1909 wird das Gebäude von Großherzog Friedrich II. und seiner Gemahlin eröffnet. Was den Museumsbau angeht, der sich im Nachhinein als sehr zweckmäßig erwiesen hat, ist die Öffentlichkeit geteilter Meinung. Während die Einen in ihm einen Tempel sehen, sprechen die Anderen von einem Krematorium oder sogar von einem Stall. Von 1909 bis 1934 werden in der Kunsthalle wechselnde Ausstellungen gezeigt. Während der Weltwirtschaftskrise 1929 verarmt der Stifter Engelhorn. In der Folge geht die Kunsthalle bei gleichbleibender Zweckbestimmung in staatliche Trägerschaft der Republik Baden über.[2]

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten ändert sich das Ausstellungsprogramm. Nach dem zweiten Weltkrieg wird das Gebäude zuerst als Bibliothek genutzt. Im Jahr 1951 wird der Kunsthallenbetrieb wieder aufgenommen.

Seit 2004 ist die Kunsthalle mit dem Neubau des Museums Frieder Burda durch eine gläserne Brücke verbunden.

Kooperation mit dem Badischen Landesmuseum

Seit Mai 2025 stehen die Staatliche Kunsthalle und das Badische Landesmuseum in Karlsruhe unter gemeinsamer Leitung. Direktor beider Häuser ist Eckart Köhne, die kaufmännische Leitung liegt bei Susanne Schulenburg. Anlass ist die mehrjährige Sanierung des Karlsruher Schlosses, in dem das Landesmuseum sonst untergebracht ist. Für die rund fünf Jahre der Bauzeit nutzt das Landesmuseum die Kunsthalle als Ausweichort, und beide Häuser entwickeln ein gemeinsames Ausstellungsprogramm, das zeitgenössische Kunst und kulturhistorische Objekte zusammenbringt.[3]

Als erstes gemeinsames Projekt verbindet die Ausstellung Bloom up! Die Sprache der Blumen zeitgenössische Positionen mit Objekten aus den Sammlungen des Badischen Landesmuseums.

Einzelnachweise

  1. Staatliche Kunsthalle Baden-Baden: Geschichte (Archiviert)
  2. Rolf Derenbach: Häuser haben Geschichte. Die Kunsthalle in Baden-Baden und der Maler Erwin Heinrich 1945–1956, Refubium (Freie Universität Berlin) 2024 (Archiviert)
  3. Kunstportal Baden-Württemberg: Gemeinsam in die Zukunft: Staatliche Kunsthalle Baden-Baden und Badisches Landesmuseum stellen Ausstellungsprogramm vor (30.08.2025) (Archiviert)
Zuletzt geprüft am 2. Juli 2026