Skandal in Baden-Baden ist ein deutscher Stummfilm aus dem Jahr 1929, der in der mondänen Kurgesellschaft Baden-Badens spielt und für seine Außenaufnahmen teils in der Stadt gedreht wurde. Die Hauptrolle spielt Brigitte Helm, die zwei Jahre zuvor durch „Metropolis" bekannt geworden war.
Handlung
Im Mittelpunkt steht die Tänzerin Vera Kersten, die durch eine Intrige in die vornehme Kurgesellschaft Baden-Badens gerät. Nach einer Begegnung mit dem Milliardär John Leeds entfacht ein Zeitungsfoto Gerüchte über eine Affäre. Die vermeintliche Nähe zu dem reichen Mann öffnet ihr Türen und schafft zugleich neue Abhängigkeiten. Der Film verhandelt damit Themen wie Selbstinszenierung, gesellschaftlichen Aufstieg und weibliche Selbstbehauptung.
Entstehung
Regie führte Erich Waschneck, produziert wurde der Film von der Universum-Film AG (Ufa). Gedreht wurde 1928 im Studio Babelsberg und an Schauplätzen in Baden-Baden, die Kamera führte Friedl Behn-Grund. Die Uraufführung fand am 18. Januar 1929 in Berlin statt. Die Handlung geht auf den Roman „Die Geliebte Roswolskys" von Georg Fröschel zurück, der bereits 1921 verfilmt worden war.
Für die Stadt ist der Film ein seltenes bewegtes Zeugnis: Er zeigt Baden-Baden in der Zwischenkriegszeit, als der Kurbetrieb noch an die glanzvolle Zeit vor dem Ersten Weltkrieg anzuknüpfen versuchte.
Restaurierung und neue Filmmusik
Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung restaurierte den Film. Da die ursprüngliche Filmmusik als verloren gilt, schrieb die Komponistin Elena Kats-Chernin eine neue Partitur, die den Klang der 1920er Jahre aufgreift und neu deutet.[1]
Am 7. Juni 2026 wurde die restaurierte Fassung mit der neuen Musik im Weinbrennersaal des Kurhauses aufgeführt. Es spielte die Philharmonie Baden-Baden unter der Leitung von Lautaro Mura Fuentealba. Die Vorführung war Teil des Welterbe-Wochenendes, mit dem die Stadt ihre Aufnahme in das UNESCO-Welterbe begeht.