Der Bénazetsaal ist der große Festsaal im Obergeschoss des Kurhauses in Baden-Baden. Unter seinem tonnengewölbten Dach finden Bälle, Galas, Konzerte und Kongresse statt – mit rund 930 Quadratmetern Fläche ist er das Herzstück der Veranstaltungsräume des Hauses. Sein Name erinnert an die Spielbankpächter Jacques und Edouard Bénazet, die das Kurhaus im 19. Jahrhundert prägten.
Saal und Ausstattung
Der Saal misst rund 930 Quadratmeter, das restaurierte Tonnengewölbe reicht 13,5 Meter hoch. Über dem stufenlosen Parkett liegen eine Empore und seitliche Balkone, die bei der Sanierung 2011 vergrößert wurden, drei Kristall-Kronleuchter beleuchten den Raum. An der Stirnseite öffnet sich ein goldenes Bühnenportal mit einer variablen Vollbühne. Für Konzerte und Shows ist der Saal mit digitaler Ton- und Beschallungstechnik, einer Lichtanlage und einem volldigitalen Videonetzwerk ausgestattet. An den Saal grenzen ein Runder Saal, ein Konferenzsaal und ein Wintergarten, die sich für Empfänge oder kleinere Veranstaltungen nutzen lassen.
Geschichte
Der Bénazetsaal entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts beim großen Umbau des Kurhauses durch den Architekten August Stürzenacker, der im Obergeschoss einen großen tonnengewölbten Konzertsaal ergänzte. 1918 war der Raum als großer Bühnensaal eingerichtet, woraus der Wunsch nach einem eigenen städtischen Theaterensemble erwuchs. Noch im selben Jahr nahm ein 40-köpfiges Ensemble unter Intendant Hans Waag die Arbeit auf, aus dem das Theater am Goetheplatz seinen festen Spielbetrieb entwickelte.
In den 1950er Jahren und Anfang der 1980er Jahre wurde der Saal überarbeitet. Von Januar bis August 2011 ließ die Bäder- und Kurverwaltung Baden-Württemberg den Bénazetsaal für rund 8,2 Millionen Euro grundlegend sanieren. Die Planung lag beim Baden-Badener Architekten Peter W. Kruse, die technische Leitung bei Heinz Bäuerlein. Dabei wurde die historische Tonnendecke restauriert, der Saal erhielt neue Böden und Fenster, ein neues Lichtkonzept sowie digitale Ton- und Videotechnik. Die Zahl der Plätze bei Reihenbestuhlung stieg von 1.077 auf knapp 1.300. Am 30. August 2011 wurde der Saal wiedereröffnet.[1]
Nutzung heute
Der Bénazetsaal zählt zu den wichtigsten Veranstaltungsorten der Stadt. Je nach Bestuhlung von Parkett und Empore fasst er zwischen 150 und 800 Gäste, bei Reihenbestuhlung rund 1.240.[2] Genutzt wird er für Bälle, Galas, Bankette, Hochzeiten, Kongresse, Konzerte, Gastspiele und Ausstellungen. Im Veranstaltungskalender des Stadtwikis taucht er regelmäßig als Veranstaltungsort auf.
Quellen
- Ulrich Coenen: Von Aquae bis Baden-Baden – die Baugeschichte der Stadt und ihr Beitrag zur Entwicklung der Kurarchitektur. Aachen, Mainz 2008, ISBN 3-8107-0023-1
- Manfred Söhner: Baden-Baden. Kunst und Kultur entlang der Oos. Aquensis Verlag, Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-937978-10-9
Einzelnachweise
- ↑ Der neue Bénazetsaal, Kurhaus Baden-Baden, abgerufen am 12. Juni 2026 (Archiviert)
- ↑ Feiern im Bénazetsaal, Kurhaus Baden-Baden, abgerufen am 12. Juni 2026 (Archiviert)