Baden-Baden
Baden-Baden ist bekannt als romantische Bäderstadt und auch als Kunst- und Kulturstadt. Die Badepaläste, das Kurhaus und die Villen zeugen vom 19. Jahrhundert, der Zeit, als Baden-Baden die Sommerhauptstadt Europas war. Ausgedehnte Park- und Gartenanlagen entlang der Oos laden zu einem Spaziergang ein.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein hieß die Stadt einfach nur 'Baden' und wurde zur Abgrenzung von anderen Städten (z.B. Baden in der Schweiz) als 'Baden in Baden' bezeichnet. Daraus entstand schon früh die inoffizielle Vereinfachung 'Baden-Baden'. 1931 nimmt die Stadt den Doppelname offiziell an.
Die kreisfreie Stadt Baden-Baden ist umgeben vom Gebiet des Landkreis Rastatt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
In der Zeit um 70 n. Chr. besetzen die Römer das zuvor keltisch besiedelte Oostal und gründen die römische Siedlung Aquae, deren Name sich von den zahlreichen heißen Thermalquellen ableitet. Zwischen 99 und 197 n. Chr. steigt sie zum Hauptort Aquae Aureliae der Verwaltungseinheit Civitas Aurelia Aquensis auf. Der militärisch verwaltete Badeort wandelt sich zu einem Gebietszentrum mit ziviler Verwaltung. Städtische Strukturen entwickeln sich. Nach dem Fall des Limes um das Jahr 260 n. Chr. erobern und besetzen die Alemannen das Oostal. Die anschließende alemannische und fränkische Siedlungsphase hinterlässt jedoch kaum Spuren im Stadtgebiet. Das Städtchen an der Oos erhält den von der lateinischen Bezeichnung abgeleiteten Namen Badon im Ufgau.
Eine aus dem Jahr 1040 stammende Urkunde belegt, dass die Villa Baden inzwischen ein Ort mit eigenem Marktrecht ist. Der Name Baden steht zuerst nur für den Ort, später auch für die Markgrafschaft und das Großherzogtum. Mit Hermann II. beginnt im Jahr 1112 die Zähringer Herrschaft in Baden. Der Bau von Schloss Hohenbaden wird auf ihn zurückgeführt.
Mit der Gründung des Klosters Lichtenthal im Jahr 1245 werden im Zusammenhang mit Schenkungen, Zehnt- und Allmendrechten erstmals auch die anderen Siedlungen im Oostal geschichtlich erwähnt: Balg, Oos, Beuern, Geroldsau und Scheuern.
1479 wird das Schloss Hohenbaden auf Wunsch von Markgraf Christoph I. vom stadtnäheren Neuen Schloss als Hauptresidenz abgelöst. 1514 lässt er um Baden herum eine Stadtmauer errichten und verleiht der Stadt ein fortschrittliches Stadtrecht. Im 15. und 16. Jahrhundert besuchen berühmte Ärzte und Schriftsteller die Stadt.
In Folge der Reformation wird die Markgrafschaft im Jahr 1533 in die katholische Linie Baden-Baden und die evangelische Linie Baden-Durlach aufgeteilt.
Im Jahr 1689 wird die Stadt im Zuge des pfälzischen Erbfolgekriegs von französischen Truppen angegriffen und brennt bis auf die Grundmauern nieder. Markgraf Ludwig Wilhelm ist zu dieser Zeit mit der Abwehr der Türken im fernen Wien beschäftigt. Nach seiner Rückkehr verlegt er die Residenz von Baden-Baden nach Rastatt. Mit den Söhnen Ludwig Wilhelms stirbt die Linie Baden-Baden aus und die Markgrafschaft Baden-Baden fällt an die Markgrafschaft Baden-Durlach.
Im Zuge des Verteilungskampfes der Napoleonischen Kriege wird aus der unbedeutenden Markgrafschaft im Jahr 1806 ein Großherzogtum. Großherzog Carl Friedrich treibt von Karlsruhe aus die Entwicklung des Kurortes Baden voran. Seine Sommerresidenz verlegt er in das restaurierte Neue Schloss. Sein Baudirektor Friedrich Weinbrenner zeichnet für den Bau des neuen Kur- und Promenadenhauses verantwortlich. Thermen, Trinkkuren und das Glücksspiel in der Spielbank locken ein internationales Publikum in die Kurstadt. Sie wird zum Treffpunkt von Politikern, Adel und Künstlern.
Mit dem Krieg gegen Frankreich 1870 bleiben die ausländischen Gäste aus. Ab 1871 wird das Glücksspiel im neu gegründeten Deutschen Reich per Gesetz verboten. Mit der Spielbank verliert Baden einen wichtigen Besuchermagneten. Die Bäder gewinnen wieder an Bedeutung. Großherzog Friedrich lässt das Friedrichsbad, später auch das Augustabad erbauen. Statt dem französischen Adel trifft sich nun vor allem der preußische Adel in Baden. 1895 wird der Alte Bahnhof und die Stichbahn nach Baden-Baden gebaut.
Die zwei Weltkriege übersteht Baden-Baden fast unbeschadet. Die Stadt wird 1945 zum Sitz der französischen Militärregierung. Das französische Wohnviertel "Cité Francaise" entsteht in der Weststadt. Viele bekannte Künstler lassen sich in Baden-Baden nieder. Die Stadt gewinnt wieder an Attraktivität.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Museen
In Baden-Baden gibt es eine Vielzahl von Museen. Die Bekanntesten liegen dicht nebeneinander in der Lichtentaler Allee, weshalb dieser Abschnitt der Allee auch als Baden-Badener Museumsmeile bezeichnet wird. Das Quartett besteht aus dem Stadtmuseum, das die stadtgeschichtliche Sammlung zeigt, dem privaten Sammlermuseum Frieder Burda, der Staatlichen Kunsthalle mit zeitgenössischer Kunst und dem Museum LA8, das die Wechselwirkungen von Kunst und Technik im 19. Jahrhunderts beleuchtet.
Aber auch außerhalb der Museumsmeile gibt es weitere interessante Museen. Das Fabergé Museum und die römischen Badruinen sind einen Besuch wert. Die Dauerausstellung im Kunstmuseum Gehrke-Remund zeigt Repliken der Künstlerin Frida Kahlo. Im Museum im Brahmshaus wandelt man auf den Spuren des großen Komponisten.
[Bearbeiten] Veranstaltungshäuser
Das Theater am Goetheplatz ist eine Sprechbühne mit festem Ensemble. Zum Theater gehört auch das Theater im Kulissenhaus (TIK), das in einem Nebengebäude untergebracht ist.
Seit dem Bau des Festspielhauses 1998 gehört Baden-Baden zu den Festspielstädten ersten Rangs. Das Festspielhaus ist das größte Opern- und Konzerthaus Deutschlands.
[Bearbeiten] Gemeinderat, Stadtverwaltung und OB
Die Sitzverteilung im Gemeinderat:
| CDU | 32,7 % (−6,4) | 13 Sitze (−6) |
| GRÜNE | 18,1 % (+3,5) | 6 Sitze (-1) |
| FW | 17,3 % (+1,5) | 7 Sitze (=) |
| SPD | 16,5 % (+1,0) | 8 Sitze (=) |
| FDP/DVP | 15,5 % (+4,2) | 6 Sitze (+1) |
| Gesamt | 100,0% | 40 Sitze + 1 Stimme des OB |
Oberbürgermeister ist Wolfgang Gerstner (CDU)
[Bearbeiten] Närrische Brauchpflege
Die Stadt Baden-Baden weist eine lange Tradition an verschiedenen Brauchpflegeaktivitätet auf. Neben Weinfesten, Herbst- und Sommertraditionen bietet die Stadt eine vielfältige Fasnacht, die aufgrund der geografischen Lage sowohl Einflüsse aus der schwäbisch-alemannischen Fasnacht, als auch aus dem rheinischen Karneval vorweist.
[Bearbeiten] Ansässige Vereine und Narrenzünfte
- Baden-Badener Narrenzunft e.V.
- Bürgergemeinde Haimbach
- Deutsch-Französischer Carneval-Verein Baden-Baden 1973 e.V.
- Dollemer Narren Club
- Festkomitee Baden-Badener Fasnacht
- Flicke Teufel Baden e.V.
- Haimbachfrösche
- KG Höllenwölfe Geroldsau e.V.
- Ooser Carneval-Verein 1932 e.V.
- Römer-Garde der Stadt Baden-Baden e.V.
[Bearbeiten] Regelmäßige Termine
11. November
- Traditionsgemäß wird durch den Prinzessinnen & Prinzenclub am 11. November am Ooser Narrenbrunnen die Kampagne eröffnet. Bei Sekt und Landjägern treffen sich die Vertreter der Vereine und Zünfte und setzen mit dem Ausruf des Präsidenten des Prinzessinnen & Prinzenclub pünktlich um 11.11 Uhr zum ersten Male ihre Kappen auf.
- Gegen Abend trifft sich die närrische Gesellschaft im Foyer der Ooser Festhalle zur Kampagneneröffnung des Ooser Carnevals Verein.
6. Januar
- Die Geroldsauer Höllenwölfe veranstalten ihren Neujahrsempfang.
- Traditionell am Dreikönigstag kochen und servieren die Flicke Teufel Baden ihre Mehlsuppe und starten damit in die Kampagne.
Schmutziger Donnerstag
- Um 11:11 Uhr stürmt das Festkomitee Baden-Badener Fasnacht zuammen mit dem Stadtprinzenpaar das Rathaus.
- Abends trifft sich die närrische Prominenz zur Vorstellung der Ooser Schatulla.
Fasnachtsfreitag
- Die Küblergarde zieht mit einem kleinen Umzug durch die Stadtmitte.
Rosenmontag
- Jedes Jahr veranstaltet der Ooser Carnevals Verein an diesem Tage einen Kinderball in der Ooser Festhalle.
Fasnachtsdienstag
- Pünktlich um 14.31 Uhr findet in Oos der Große Fasnachtsumzug statt. Veranstalter ist hierbei der Ooser Carnevals Verein.
- Im Ortsteil Lichtental wird schon am Abend des Fasnachtsdienstag die Schatulla verbrannt.
Aschermittwoch
- Viele Vereine und Bürgervereinigungen veranstalten heute in den Wirtschaften und Vereinsheimen ein Katerfrühstück oder Suppenessen.
- Im Stadtteil Oos wird die Schatulla verbrannt.
- Im Stadtteil Weststadt wird die Luzi ertränkt.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Ehrenbürger
Die Stadt Baden-Baden hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen[1]:
|
|
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Liste der Baden-Badener Ehrenbürger
- ↑ Offizielle Anmerkung der Stadt Baden-Baden zur Ehrenbürgerschaft Adolf Hitlers: „Die Liste stellt geschichtlich korrekt die Namen der einmal ernannten Ehrenbürger dar. Es kann und soll nicht verschwiegen werden, dass Adolf Hitler – wie in vielen anderen Städten auch – am 20. April 1933 zum Ehrenbürger gewählt wurde. Geschichtliche Vorgänge können nicht ungeschehen gemacht werden. Gleichwohl gilt mit Beschämung festzustellen, dass damit einer der größten Verbrecher gegen die Menschlichkeit die Ehrenbürgerwürde der Stadt Baden-Baden erhalten hat. Der Name Hitlers wird nicht gelöscht, wohl aber durchgestrichen.“